Bewertung von Kulturgütern nach VRV 2015 und IPSAS

12.05.2017

In § 25 VRV 2015 wird die Bewertung von Kulturgütern normiert. Diese sind gemäß § 25 Absatz 1 VRV 2015:„Vermögenswerte, die kulturelle, historische, künstlerische, wissenschaftliche, technologische, geophysikalische, umweltpolitische oder ökologische Qualität besitzen und bei denen diese Qualität zum Wohl des Wissens und der Kultur durch die Gebietskörperschaft erhalten wird“.

Als Beispiele für solche Vermögenswerte nennen die Erläuterungen zur VRV 2015, IPSAS 17 und IFAC Naturschutzgebiete, Denkmäler, Sammlungen in Museen, historische Gebäude, Ausgrabungsstätten, archäologische Funde oder Kunstwerke.

Für die (Erst-) Bewertung von Kulturgütern werden nach § 25 Absatz 2 VRV 2015 4 Optionen festgelegt:

  • Bewertung zu Anschaffungs-(AK) oder Herstellungskosten (HK), falls diese aus verlässlichen Unterlagen ermittelbar sind,
  • Bewertung nach den Wertangaben aus vorhandenen Gutachten,
  • Bewertung nach einer internen plausiblen Wertfeststellung oder, sollte eine Wertfeststellung nach den genannten Optionen nicht möglich sein,
  • Entfall einer Bewertung und Erfassung des Kulturgutes in Anlage 6i (Liste der nicht bewerteten Kulturgüter).

Eine Ermittlung der historischen AK- oder HK des zu bewertenden Kulturgutes wird oft aufgrund des weit zurückliegenden Zugangszeitpunktes (uU Jahrhunderte) nicht möglich sein. Innerhalb der VRV 2015 wird für die Erstellung der Eröffnungsbilanz aus verwaltungsökonomischen Gründen generell davon abgeraten neue Gutachten zu erstellen. Nähere Erklärungen zu der genannten „internen plausiblen Wertfeststellung“ finden sich innerhalb des § 25 VRV 2015 nicht – in der VRV 2015 wir jedoch die Ermittlung des beizulegenden Zeitwertes (fair value) normiert. Die zu befolgende Bewertungshierarchie zur Ermittlung des fair value folgt einem marktbasierten Ansatz, wobei als 4. Stufe (somit letzte Möglichkeit, falls die 3 vorangestellten Stufen nicht zur Anwendung kommen können) die Wertermittlung durch „bestmögliche verlässliche Schätzung“ festgelegt wird. Aufgrund eines fehlenden aktiven Marktes und nicht vorhandenem Handel mit Kulturgütern wird regelmäßig diese letzte Stufe erreicht werden. Daraus kann man schließen, dass im Falle der Unmöglichkeit der „bestmöglichen, verlässlichen Schätzung“ auch die „interne, plausible Wertfeststellung“ nicht gelingt. Sollten auch die beiden ersten Methoden zu Bewertung von Kulturgütern nicht anwendbar sein, unterbleibt eine Bewertung und das betrachtete Kulturgut wird lediglich in Anlage 6i angeführt.

Nach Meinung des Autors existiert hier ein Anwendungsspielraum, da nicht genau geregelt ist wann die Bewertung des Kulturgutes nach der „internen, plausiblen Wertfeststellung“ nicht möglich ist. Dies kann dazu führen, dass bei Nicht-Bewertung vor Erstanwendung der VRV 2015 vorhandener Kulturgüter ähnliche Kulturgüter („alte“ und Neuzugänge) aufgrund ihres Zugangszeitpunktes unterschiedlich bewertet werden und so eine verzerrende Darstellung der Vermögenslage im Rechnungsabschluss entsteht.

Autoren

Mag. Michael Dessulemoustier-Bovekercke

Marlene Horatschek, BSc - Junior Audit Manager

Kundenstimme

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Nikolaus Vavrovsky
Vavrovsky Heine Marth Rechtsanwälte

Kundenstimme

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Heinz Nusser
Nusser & Partner GmbH

Kundenstimme

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Othmar Sailer
Lisec Holding GmbH

Kundenstimme

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Michael Hein
BOKU Wien

Kundenstimme

"An der Zusammenarbeit mit MSCT schätzen wir, im Projektcontrolling und –support an der TU Wien, die sehr zielorientierte Herangehensweise an unsere Problemstellungen, die generelle Zuverlässigkeit in der Zusammenarbeit und die hohe fachliche Kompetenz der Mitarbeiter.“

Eldina Halvadzija
TU Wien

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Wolfgang Wahlmüller
ÖSW AG