Die Bewertung von Personalvorsorgen nach der VRV 2015

29.01.2018

In der VRV 2015 ist die Darstellung von Vorsorgen für zukünftige Zahlungen an das Personal der Gemeinde, welches sich aus dem Dienstverträgen ableiten lässt, geregelt.

Zu den langfristigen Rückstellungen, das sind jene, bei welchen die (voraussichtliche) Erfüllung erst in mehr als zwölf Monaten erfolgen wird, zählen die Vorsorgen für Abfertigungen, Jubiläumsgeldzuwendungen und Pensionen. Bei den anderen beiden handelt es sich um kurzfristige Vorsorgen, da üblicherweise davon ausgegangen werden kann, dass etwaige Guthaben ehestmöglich durch den Mitarbeiter/die Mitarbeiterin der Gemeinde verbraucht werden. 

Abfertigungs- und Jubiläumsgeldrückstellungen

Die Abfertigungsansprüche nach dem „alten System“ gelten grundsätzlich für alle Arbeitnehmer, die vor dem 01.01.2003 eingetreten sind. Gesetzliche Gehaltsschemata für Beschäftigte im öffentlichen Bereich sehen oftmals vor, dass Dienstnehmer Anspruch auf Zahlung eines Jubiläumsgeldes haben, wenn sie eine gewisse Zeit bei der Gebietskörperschaft beschäftigt waren. Für den Dienstgeber ergibt sich dadurch eine ungewisse Verbindlichkeit, für die er durch Bildung einer Rückstellung vorzusorgen hat.

Rückstellungen für Abfertigungen und Jubiläumsgelder sind laut den Ausführungen der Erläuterungen unter Anwendung der in den internationalen Rechnungslegungsvorschriften vorgesehenen Berechnungsmethoden zu ermitteln. Es handelt sich dabei jedoch ausschließlich um versicherungsmathematische Berechnungsmethoden, welche die Inanspruchnahme der Dienste eines Versicherungsmathematikers erforderlich machen. Finanzmathematische Berechnungen sind in den IFRS eigentlich nicht vorgesehen. Sollte tatsächlich auf eine derart komplexe Berechnungsform beharrt werden, wird dies zu einer finanziellen Belastung der Gebietskörperschaften führen.

Im österreichischen UGB sind seit der letzten Gesetzesnovelle ebenfalls versicherungsmathematische Berechnungen vorgesehen. Allerdings haben Vergleichsrechnungen gezeigt, dass sich bei Abfertigungs- und Jubiläumsgeldrückstellungen vernachlässigbare Unterschiede ergeben, weshalb das AFRAC in seiner Stellungnahme Nummer 27 die Ansicht vertritt, dass weiterhin eine finanzmathematische Berechnung der Rückstellungsbeträge erfolgen kann. Allerdings muss nun auch der Gehaltstrend bei der Ermittlung berücksichtigt werden.

Unter Berücksichtigung dieser Vorgaben für Abschlüsse österreichischer Unternehmen nach dem UGB bzw. den darin abgeleiteten Bestimmungen der IFRS spricht nichts gegen eine rein finanzmathematische Berechnung von Abfertigungs- und Jubiläumsgeldrückstellungen.

Eines der beiden folgenden Ansammlungsverfahren muss hierbei gewählt werden und ist stetig anzuwenden.

  • Das Teilwertverfahren: der Zielwert wird hierbei durch jährliche, gleich hohe Zuführungsraten erreicht. Bei einer Gehaltserhöhung muss daher die bereits gebildete Rückstellung als auch die künftige Rate angepasst werden.
  • Projected Unit Credit Method (PuC-Methode): Dieses Berechnungsverfahren stellt eine Finanzierung nach versicherungsmathematischen Einmalprämien für den jährlichen Anwartschaftszuwachs dar. Bei der PUC-Methode werden die in einem Dienstjahr erdiehnten Teilansprüche periodengerecht zugeordnet und abgezinst.

Bewertung

Die Bewertung der Vorsorgen für Abfertigungs- und Jubiläumsgeldzahlungsverpflichtungen der Gemeinde erfolgt grundsätzlich mit dem zu erwartenden Zahlungsbetrag, abgezinst auf den jeweiligen Bewertungsstichtag (Stichtag des Rechnungsabschlusses). Bei der Ermittlung des Zahlungsbetrages sind somit die zukünftigen zu erwartenden Lohnsteigerungen miteinzuberechnen. Die kollektivvertragliche Gehaltsteigerung für das Jahr 2018 beträgt 2,33%, jene der Vorjahre 1,3%. Für Berechnungen zum 31.12.2017 ist daher die Berücksichtigung von zukünftigen Gehaltssteigerungen im Ausmaß von 1,5% bis 2,3% angemessen.

Die Abzinsung von Personalrückstellungen nach den Bestimmungen für Unternehmen muss durch einen angemessenen Marktzinssatz. In der AFRAC-Stellungnahme wird hierzu erläutert, dass ein marktüblicher Zinssatz ein Stichtags- oder ein Durchschnittszinssatz sein kann wobei von einer durchschnittlichen Restlaufzeit der Verpflichtung von 15 Jahren ausgegangen werden darf. Oft wird in der Praxis der veröffentlichte Zinssatz der deutschen Bundesbank mit einer Restlaufzeit von 15 Jahren herangezogen

Unter Berücksichtigung dieser in Österreich üblichen Verfahren ergäbe sich zum 30.12.2017 folgende Zinssätze, die zur Anwendung gelangen können:

  • 7jähriger Durchschnittszinssatz 2,80%
  • 10jähriger Durchschnittszinssatz 3,68%
  • Aktueller Stichtagszinssatz (15-jährige Laufzeit) 1,62 %

Der nach den Bestimmungen der VRV anzuwendende Zinsatz ist jedoch nach § 19 Abs 5 VRV die Umlaufgewichtete Durchschnittsrendite für Bundesanleihen (UDRB). Diese reflektiert die durchschnittliche Rendite der im Umlauf befindlichen nach österreichischem Recht begebenen Euro-Bundesanleihen der Republik Österreich mit einer fixen Verzinsung und einer Restlaufzeit von über einem Jahr. Die Periodendurchschnitte ergeben sich aus dem arithmetischen Mittel der Tagesdaten. Für das Jahr 2017 beträgt dieser Zinssatz 0,178%.

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