Corona Kurzarbeit

Update

Die folgenden Ausführungen beziehen sich auf der zwischen den Sozialpartnern getroffenen Vereinbarungen. Die eingereichten Kurzarbeitsanträge werden umgehend bearbeitet. Das AMS arbeitet mit Hochdruck an der notwendigen technischen Umstellung vom bisherigen Kurzarbeitsmodell auf das neue Modell.

Was ist die „Corona Kurzarbeit“?

  • Neue, erleichterte Form der Kurzarbeit
  • Vorläufig für sechs Monate

Was ist das Ziel der Kurzarbeit?

  • Sicherung der Arbeitsplätze
  • Liquidität der Unternehmen erhalten
  • Bewährte Fachkräfte sichern

Ist Kurzarbeit für alle Unternehmen möglich?

Kurzarbeit ist für Unternehmen unabhängig von der jeweiligen Betriebsgröße und unabhängig von der jeweiligen Branche möglich.

Was sind die Schritte, wenn ein Unternehmen Kurzarbeit plant?

  • 1. Schritt: Umgehende Verständigung des AMS über bestehende Beschäftigungsschwierigkeiten.
  • 2. Schritt: Gespräche mit Betriebsrat, wenn vorhanden
  • 3. Schritt: Sozialpartnervereinbarung (Wirtschaftskammer und Gewerkschaft)
  • 4. Schritt: Einbringung des Antrages beim zuständigen AMS

Was ist bei Krankenstand in der Kurzarbeitszeit?

Wenn ein Mitarbeiter krank wird, bleibt die AMS-Beihilfe auch im Falle eines Krankenstandes erhalten. Beispiel: Die Wochenarbeitszeit wurde von 40 auf 10 Stunden reduziert. Ist nun ein Mitarbeiter eine Woche lang krank, leistet das Unternehmen eine Entgeltfortzahlung für 10 Stunden, das AMS für 30 Stunden. Der Arbeitnehmer bekommt während des gesamten Zeitraums 80/85/90 Prozent des bisherigen Nettoentgelts.

Was ist bei Urlaub in der Kurzarbeitszeit?

Grundsätzlich kann der Urlaub auch während der Kurzarbeit in Anspruch genommen werden. Für diese Tage erhalten Sie keine Kurarbeitsunterstützung.

Wie ist der Erstkontakt mit dem AMS möglich?

Der Erstkontakt mit dem AMS kann per Mail oder telefonisch erfolgen.

Welche Informationen werden vom AMS benötigt?

  • Genauer Beschäftigtenstand
  • Geplante Dauer der Kurzarbeit
  • Anzahl der von Kurzarbeit betroffenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
  • Durchschnittliches Einkommen in den jeweiligen Einkommensgruppen
  • Geplante maximale Arbeitszeitreduktion


Kann die Arbeitszeit auch auf 0 Stunden reduziert werden?

  •  Im gesamten Durchrechnungszeitraum kann die Arbeitszeit und somit das Entgelt um maximal 90 Prozent reduziert werden.
  • Dabei können aber auch längere Zeiträume mit einer Wochenarbeitszeit von 0 Stunden vereinbart werden. Beispiel: Kurzarbeitsdauer 6 Wochen; 5 Wochen 0% Arbeitszeit, 1 Woche 60%.
  • Der Durchrechnungszeitraum darf nicht länger sein als der bewilligte Kurzarbeitszeitraum.


Muss der Arbeitnehmer seinen gesamten Urlaub und sein gesamtes Zeitguthaben verbrauchen?

  • Bei der Corona-Kurzarbeit müssen Arbeitnehmer in Abstimmung mit dem Arbeitgeber ihren gesamten Urlaubsanspruch vergangener Urlaubsjahre und ihr gesamtes Zeitguthaben verbrauchen.
  • Bei einer Verlängerung der Kurzarbeit über drei Monate hinaus sind weitere drei Wochen Urlaubsanspruch zu konsumieren.
  • Das Urlaubsentgelt bemisst sich am Entgelt vor Kurzarbeit und ist vom Arbeitgeber zu tragen.

Laut bestehender AMS-Richtlinie zur Kurzarbeit muss sich der Arbeitgeber bemühen einen Urlaubsverbrauch zu bewirken und laut aktueller Sozialpartnervereinbarung muss der Arbeitnehmer den Urlaub verbrauchen, wenn es der Arbeitgeber anordnet. Zu beachten ist, dass keine Kurzarbeitsunterstützung für die Zeit, in der Verbrauch von Urlaub und Zeitguthaben erfolgt, gewährt wird und daher der Arbeitgeber für dieser Zeit den Lohn bzw das Gehalt inkl. Lohnnebenkosten Zeit vollständig tragen muss.

Wir raten aufgrund der uns derzeit vorliegenden Informationen, dass die Arbeitnehmer zum Verbrauch der Alturlaube und Zeitguthaben angehalten werden. Ob aus der bestehenden Bestimmung eine gesetzliche Verpflichtung abzuleiten ist, kann derzeit nicht abschließend beurteilt werden. Zu beachten sind jedoch folgende Einschränkungen: zu verbrauchen ist der Urlaub aus Vorjahren und maximal 2 Wochen aus dem aktuellen Urlaubsjahr, daher insgesamt maximal 8 Wochen (sofern nicht bereits früher verbraucht).

Wird im Einvernehmen mit dem Arbeitnehmer Urlaub und/oder Zeitguthaben nicht abgebaut ist es für den Unternehmer jedenfalls erforderlich, zu dokumentieren, dass er den Arbeitnehmer tunlichst darauf hingewiesen hat.


Wie viel Geld bekommt der Arbeitnehmer? Wie hoch sind die Nettoersatzraten?

Die Kurzarbeitsbeihilfe des AMS bemisst sich am Nettoentgelt des Arbeitnehmers vor Kurzarbeit und garantiert ein Mindesteinkommen:

  • Bis zu € 1.700,- Bruttoentgelt beträgt das Entgelt 90% des bisherigen Nettoentgelts.
  • Bis zu € 2.685,- Bruttoentgelt beträgt das Entgelt 85% des bisherigen Nettoentgelts.
  • Ab € 2.686,- Bruttoentgelt beträgt das Entgelt 80% des bisherigen Nettoentgelts.
    Für Einkommen bis zur Höchstbeitragsgrundlage ersetzt das AMS dem Arbeitgeber die Mehrkosten, die sich im Vergleich zur tatsächlichen Arbeitszeit ergeben, nicht jedoch für den Einkommensteil darüber.

Muss der Arbeitgeber weiterhin die Sozialversicherungsbeiträge bezahlen?

Die Sozialversicherungsbeiträge des Dienstgebers bemessen sich am Entgelt vor Kurzarbeit. Im neuen Kurzarbeitsmodell werden auch diese erhöhten Beiträge ab dem ersten Monat vom AMS übernommen.

Wie schnell kann das Kurzarbeitsmodell vereinbart werden?

Die Sozialpartner haben zugesagt, ab Abschluss der Gespräche auf betrieblicher Ebene (Vorliegen einer unterschriftsreifen Betriebsvereinbarung/Einzelvereinbarung) eine Sozialpartnervereinbarung innerhalb von 48 Stunden zu ermöglichen.

Wie lange ist die Förderdauer?

Zunächst drei Monate, bei Bedarf kann das Modell um weitere drei Monate verlängert werden.

Kann der Arbeitgeber Mitarbeiter während Kurzarbeit kündigen? Wie lange muss der Arbeitgeber Mitarbeiter nach der Kurzarbeit behalten?

Der Arbeitgeber ist laut Sozialpartnereinigung verpflichtet, während Kurzarbeit und bis zu einem Monat nach Ende der Kurzarbeit den Beschäftigtenstand aufrechtzuerhalten. Bei besonderen Verhältnissen ist über den Entfall der Behaltefrist zu verhandeln.

Bekomme ich auch für Sonderzahlungen eine Beihilfe?

In den Pauschalsätzen des AMS sind auch die anteiligen Sonderzahlungen enthalten.

Wie und wann erfolgt die Abrechnung?

Für die in die Kurzarbeit einbezogenen Arbeitnehmer ist für jeden Kalendermonat bis zum 28. des Folgemonats eine Abrechnungsliste vorzulegen. Die Auszahlung der Kurzarbeitsbeihilfe erfolgt im Nachhinein pro Kalendermonat nach Vorlage und Prüfung der Teilabrechnung.

 

Weitere Infos des AMS finden Sie hier:
https://www.ams.at/unternehmen/personalsicherung-und-fruehwarnsystem/ams-unterstuetzung/kurzarbeit

Kontakt

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