Gewerbliche Tätigkeit in der Arztpraxis, Gewerbeanmeldung, Sozialversicherung

Wenn Ärzte neben ihrer ärztlichen Tätigkeit zusätzlich noch medizinische Produkte in ihrer Praxis verkaufen möchten, sind die Bestimmungen des Gewerberechts zu beachten.

Um Produkte wie Nahrungsergänzungsmittel oder Heilbehelfe verkaufen zu dürfen, ist die Erlangung einer Gewerbeberechtigung Voraussetzung.  Im Fall von Ärzten handelt es sich dabei meist um das reglementierte Gewerbe des Medizinproduktehandels.

Für die Ausübung dieses Gewerbes ist ein Nachweis der fachlichen und kaufmännischen Kenntnisse mittels Befähigungsnachweis notwendig.  Diese geforderten kaufmännischen Kenntnisse werden in aller Regel durch die Führung der Ordination als gegeben erachtet, was bedeutet, dass ein Arzt, der für den Verkauf von Produkten in seiner Ordination eine Gewerbeberechtigung beantragt, zusätzlich keine besonderen Nachweise seiner kaufmännischen Kenntnisse zu erbringen hat.

Durch die Gewerbeanmeldung entsteht automatisch eine Pflichtversicherung bei der Sozialversicherung der gewerblichen Wirtschaft (GSVG). Wenn durch den Verkauf der Zusatzprodukte weniger als € 5.361,72 (Wert für 2019) Gewinn (Einkunftsgrenze) erwirtschaftet wird und sich der Umsatz auf maximal € 30.000,- beläuft (Umsatzgrenze), kann der sogenannte Kleinstunternehmer unter gewissen Bedingungen einen Antrag auf Ausnahme von der Pflichtversicherung stellen.

Übersteigen Umsatz und Gewinn diese Werte werden folgende Beiträge vom Gewinn aus dem Verkauf der Zusatzprodukte fällig:

  • Pensionsversicherung: 18,5%

  • Krankenversicherung: 7,65%

  • Selbständigenvorsorge 1,53%

  • Unfallversicherung: € 9,79 p.M. (fällt immer an!)